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Vergleich

n8n vs. Make.com: Welches Automatisierungstool passt zu deinem Unternehmen?

Lesezeit ca. 7 Min · von Ute Müller · Tools & Praxis

n8n und Make.com sind beides Werkzeuge, um Programme und Dienste miteinander zu verknüpfen und Abläufe zu automatisieren – ohne klassische Programmierung. Der wichtigste Unterschied in einem Satz: Make.com ist einsteigerfreundlicher und schneller startklar, n8n ist flexibler, günstiger bei komplexen Abläufen und stärker bei Datenschutz und KI-Automatisierungen. Welches Tool zu dir passt, hängt vor allem davon ab, wie technisch du arbeiten willst, wie wichtig dir die Kontrolle über deine Daten ist und wie komplex deine Abläufe sind.

Was sind n8n und Make.com überhaupt?

Make.com (früher Integromat) ist eine cloud-basierte Plattform mit einem visuellen Szenario-Builder. Du ziehst Bausteine auf eine Fläche und verbindest sie – sehr anschaulich, auch ohne technisches Vorwissen. Make bietet über 2.000 fertige App-Anbindungen und läuft ausschließlich in der Cloud.

n8n ist eine Automatisierungsplattform aus Berlin. Du kannst sie entweder in der n8n-Cloud nutzen oder kostenlos auf einem eigenen Server betreiben. n8n arbeitet ebenfalls mit verknüpften Bausteinen (Nodes), erlaubt aber zusätzlich eigenen Code und ist besonders stark bei KI-Workflows. Die Software ist quelloffen (fair-code) und damit selbst hostbar.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

KriteriumMake.comn8n
BedienungVisueller Baukasten, sehr einsteigerfreundlichNode-Editor, etwas technischer, eigener Code möglich
HostingNur CloudCloud oder selbst gehostet
DatenschutzDaten laufen über Make-Cloud (EU-Zone wählbar)Self-Hosting = Daten bleiben auf deinem Server
AbrechnungPro Modul-Aktion (Credits)Pro Workflow-Ausführung / self-host gratis
EinstiegspreisFree-Tier, dann ab ca. 9 $/MonatSelf-host gratis (nur Server), Cloud ab ca. 20 €/Monat
Integrationen2.000+ fertige Apps500+ Integrationen, per HTTP nahezu alles anbindbar
KI-FunktionenKI-Module vorhandenSehr starke KI-Agent- und LangChain-Integration
LernkurveFlachSteiler

Wann Make.com die bessere Wahl ist

Make ist wie ein Baukasten mit Anleitung: Man kommt schnell zu einem Ergebnis, ohne sich tief mit Technik zu beschäftigen.

Wann n8n die bessere Wahl ist

Der Preis dafür: n8n verlangt etwas mehr technisches Verständnis – oder jemanden, der es für dich aufsetzt.

Datenschutz – der entscheidende Punkt für deutsche Unternehmen

Sobald Kundendaten im Spiel sind – Anrufe, Anfragen, Kontaktdaten –, wird Datenschutz zum harten Kriterium. Bei Make laufen die Daten über die Make-Cloud. Du kannst eine EU-Zone wählen, brauchst aber einen Auftragsverarbeitungsvertrag und gibst die Daten an einen Dienstleister weiter.

Bei n8n als Self-Hosting läuft die Plattform auf deinem eigenen Server, zum Beispiel in einem deutschen Rechenzentrum. Die Daten bleiben damit vollständig in deiner Hand – die stärkste Position, die du in Sachen DSGVO haben kannst. Wer keinen Server betreiben will, nutzt die n8n-Cloud, die in Frankfurt gehostet wird und damit ebenfalls in der EU liegt.

Kosten im Vergleich

Make.com hat ein kostenloses Einsteiger-Kontingent und beginnt danach bei rund 9 $ pro Monat. Abgerechnet wird pro Modul-Aktion – bei Abläufen mit vielen Schritten summiert sich das.

n8n ist als selbst gehostete Version kostenlos; du zahlst nur den Server (oft 5–15 € im Monat). Die n8n-Cloud beginnt bei etwa 20 € pro Monat und rechnet pro Workflow-Ausführung ab – bei komplexen Automatisierungen ist das deutlich günstiger.

Wichtig: Beide Anbieter ändern ihre Preise regelmäßig. Die hier genannten Zahlen sind ein Stand von 2026 – für den genauen Preis lohnt ein Blick auf die offiziellen Seiten.

Mein Fazit

Ehrlich: Ich arbeite überwiegend mit n8n – wegen der Datenkontrolle (eigener Server in der EU), der starken KI-Funktionen und der niedrigeren Kosten bei größeren Abläufen. Für die meisten meiner Kunden, die mit Kundendaten arbeiten und KI-Automatisierungen wollen, ist das der bessere langfristige Weg.

Aber genauso ehrlich: Wenn du einfach selbst eine überschaubare Automatisierung zusammenklicken willst, ohne technische Hilfe, ist Make der leichtere Einstieg. Entscheide nach deinem konkreten Anwendungsfall, nicht nach dem Hype. Wenn du unsicher bist, sage ich dir offen, was zu dir passt – auch wenn es nicht das Tool ist, das ich bevorzuge. Mehr dazu, wie so ein Einstieg aussieht, liest du in meinem Beitrag KI-Automatisierung für kleine Unternehmen.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist n8n wirklich kostenlos?

Die selbst gehostete Version ist kostenlos – die Software fällt nicht ins Geld, nur der Server. Die gehostete n8n-Cloud ist kostenpflichtig und beginnt bei etwa 20 € pro Monat.

Kann ich später von Make zu n8n wechseln?

Ja. Die Workflows müssen in n8n neu aufgebaut werden, das ist bei überschaubaren Abläufen aber meist schnell erledigt. Ein kompletter Wechsel ist also kein Hindernis.

Welches Tool ist besser für KI-Automatisierungen?

n8n. Es hat eine deutlich ausgereiftere Integration von KI-Agenten und KI-gestützten Abläufen als Make.

Brauche ich Programmierkenntnisse für n8n?

Für Standard-Automatisierungen nicht. Für komplexe Abläufe oder den Betrieb auf einem eigenen Server hilft technisches Verständnis – oder jemand, der es für dich übernimmt.

Welches Tool ist DSGVO-konformer?

n8n im Self-Hosting, weil die Daten auf deinem eigenen Server bleiben. Beide bieten EU-Optionen, aber die eigene Installation gibt dir die meiste Kontrolle.

Ute Müller

KI-Automatisierung aus Schleswig-Holstein. Ich baue KI-Telefonagenten, Chatbots und Automatisierungen – überwiegend mit n8n, weil Datenkontrolle und KI-Funktionen für meine Kunden zählen. Mein Leitsatz: KI, die liefert – nicht verspricht. Kontakt: info@ki-mueller.de

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